Systemische Aufstellungen für den Business-Bereich

Die Systemische Aufstellung

Kurzbeschreibung

Was sind Systemische Aufstellungen?
Systemisches Aufstellen oder Aufstellungen sind Sammelbegriffe für eine Arbeitsmethode in der je nach Aufstellungsform, Personen und / oder Begriffe räumlich, in Beziehung zueinander aufgestellt werden. Dabei entsteht vereinfacht gesagt ein „Beziehungsbild.

Es existieren eine Vielzahl von Bezeichnungen für diese Methode (en): Systemische Aufstellungen, Aufstellen, Aufstellungs­arbeit, Familienstellen, Familienaufstellung, Systemisches Stellen, Systemaufstellen, Strukturaufstellung, etc. . Dies sorgt beim Laien oft für Verwirrung. Da die Bezeichnung oft auch nur verallgemeinernd verwendet werden.

Systemische Aufstellungen können unterschiedliche Zielsetzungen haben:
Aufstellungen lassen sich zur Lösung von vielfältigen Aufgabestellungen und auch zur Bereinigung schwierigen Problemsituationen einsetzen. Beim Aufstellungsprozess werden "im ersten Schritt" die Beziehungsstrukturen des aufgestellten Systems offengelegt. Bei schwierigen und belastenden  Problemsituationen sind dies oft dysfunktionale und destruktive Dynamiken und Verstrickungen. Je nach Zielsetzung / Anliegen wird in den nachfolgenden Schritten deren Auflösung angestrebt.

Dies sind beispielsweise:

  • das Gewinnen von Informationen für:
    • die Entscheidungsfindung,
    • zur Entwicklung Lösungen,
  • wiederkehrende Krankheiten,
  • sich wiederholende Unfälle,
  • zerstörerische Verhaltensmuster,
  • negative Gruppendynamiken,
  • übernommenes aus früheren Generationen,
  • Energieverluste, 
  • … .

Die Systemieche Aufstellung kann eine befriedende, aussöhnende. entlastende, befreiende, stärkende oder ausgleichende Wirkung entfalten.


Das Anwendungsspektrum für systemische Aufstellungen bei:

  • schwierigen, belastenden Lebenssituationen in der Familie, Partnerschaft oder im Beruf,
  • Ausgrenzung,
  • problematischen Beziehungen in der Familie, Partnerschaft oder am Arbeitsplatz, 
  • andauerndenden und/oder wiederkehrenden Konfliken
  • usw.

Die Ziele einer systemischen Aufstellung können sein:

  • blockierte oder gebundene Energien wieder in Fluss bringen,
  • zersplitterte Energien bündeln,
  • Verstrickungen, die zu „fremdbestimmten“ Wahrnehmungen und Handeln führen, erkennen und auflösen (z. Bsp. „Das Übernehmen eines fremden Schicksals“),
  • usw .

Mehr Informationen zum Anwendungsspektrum und den "Behandlungszielen"

Bei der Systemischen Aufstellung richtet sich der Fokus auf das Anliegen des Klienten, der seine Lebensumstände verändern und seine Lebensqualität verbessern möchte. Die Systemische Aufstellung schafft die Voraussetzungen für eine nachhaltig wirksame Umsetzung des Anliegens.


Vertiefende Informationen zur Systemischen Aufstellungsarbeit

Die Systemischen Aufstellung hilft z.B. destruktive, belastende oder auch krankmachende Dynamiken, Verstrickungen, und Dissonanzen, im Beziehungsumfeld (im sozialen System) des betroffenen Menschen (KlientIn) zu erkennen und sie auszugleichen oder aufzulösen, den Ausgleich zwischen den inneren und äusseren Realitäten anzustossen.

Mittels einer Systemischen Aufstellung können die Beziehungen und Verflechtungen der "Systemangehörigen" innerhalb von sozialen oder sozio-technischen Systemen, beispielsweise einer Familie, einer Arbeitsgruppe oder eines Führungsgremiums sichtbar gemacht werden. Die Gefühle, "Stimmungsbilder" und die gegenseitigen Beziehungsdynamiken werden externalisiert und mit Hilfe von Stellvertern oder Symbolen auf eine Aufstellungsfläche projiziert. Die Aufstellung gibt uns unter anderem Einblick in die "Vorgänge" der bewussten wie auch die tiefen unbewussten Schichten der beteiligen Personen.

Die Ursache dieser Dynamiken können mehrere Generationen zurückliegen. Oft übernehmen wir als Kind, Enkel, Urenkel, ... unbewusst die Gefühle, Lasten und Verhaltensweisen aus den Folgen von Handlungen unserer Vorfahren, selbst wenn wir diese persönlich nicht gekannt haben. Die Folgen dieser Dynamiken werfen dann ihre Schatten auf unser heutiges Leben, das unserer Kinder und auf unser persönliches Umfeld. Auf eindrückliche Art macht die Systemische Aufstellung sichtbar, dass die Probleme sehr oft ihren Ursprung generationenübegreifend in ungeklärten, ungesühnten, unverarbeiteten Ereignissen aus der Vergangenheit haben.

Bei einer Systemischen Aufstellung werden die „interne Bilder“ des Klienten externalisiert, dass heisst im Raum mittels Stellvertreter „dargestellt“. Die eingenommene Position und „Kontaktrichtung“ der einzelnen an der Aufstellung beteiligten Stellvertreter sagt oft schon sehr viel aus. Wer steht bei wem? Stehen da einzelnen von ihnen sehr eng zusammen - oder schauen voneinander weg, haben sich voneinander abgewandt - blicken wie gebannt auf den Boden oder in eine bestimmte Richtung - Vieles wird dadurch offenkundig.  (Ist nicht als ein Rollenspiel zu verstehen).  Über die Stellvertreter erhalten wir so Information über Auswirkung vergangener oder aktueller Ereignisse in den Systemen oder Strukturen. Durch Aufstellung erhalten wir schrittweise ein neues inneres Bild, welches als versöhnend, entlastend, … seine heilende Wirkung im Bewusst- und Unterbewusstsein der Betroffenen entfaltet.

Wieso sind manchmal mehre Aufstellungen notwendig?

Es kann vorkommen, dass die Ursachen von Problemen untereinander verflochten sind und die Problemzustände sich dadurch „gegenseitig abstützen“. Dies in einer Aufstellung aufzulösen, ist dann aus verschiedenen Gründen nicht sinnvoll oder nicht durchführbar. Dies können die Komplexität, die Involvierung von verschiedenen Strukturen und Systemen sein oder dauert die Aufstellungsprozess zu lange, lässt nach einiger Zeit die Konzentration der Stellvertreter nach, worunter dann die die Qualität der Aufstellung leidet. Werden Veränderungen bewirkt müssen diese zuerst an Stabilität und Belastbarkeit gewinnen, bevor weitere Veränderungen angestossen werden. Es ist ähnlich wie beim Bau eines Hauses, zuerst muss das Fundament abtrocknen bevor auf diesem weitergebaut werden kann. .

Wie bei einer „archäologischen Ausgrabung“ wird Schicht um Schicht freigelegt oder abgearbeitet. Dies geschieht abhängig von der Problemstellung schrittweise in zwei bis mehreren Aufstellungen und mit den jeweils notwendigen zeitlichen Abständen. Der Vorgang gleicht dem Abschälen von Zwiebelschichten.


Die Voraussetzung für eine Systemische Aufstellung ist ein wichtiges Anliegen oder eine Frage, die gelöst werden soll.


Wieso unterschiedliche Formen der Systemischen Aufstellung?

Im Anwendungsspektrum gibt es bei den unterschiedlichen Aufstellungsformen (Familienaufstellung, Persönlichkeits­aufstellung, …) sehr oft Überschneidungen, was verwirren kann.

Auch bei gleichen Symptomen heisst es noch lange nicht, dass deren Ursachen oder Herkunft identisch sind. Eine Aufstellung für eine Person im persönlichen Bereich braucht  unter Umständen andere Rahmenbedingungen als eine Aufstellung für eine andere Person.

Es Ist z.B. aufgrund der Nachhaltigkeit je nach den Umständen besser, einen ursachen- und problemorientierten Lösungs­ansatz zu wählen, anstelle eines konstruktivistischen, lösungsorientierten Ansatzes. Dies hat wiederum Auswirkungen auf die  Wahl der Aufstellungsform. Nicht zuletzt spielt auch die Art des gewünschten Resultates eine nicht unerhebliche Rolle.

So haben sich ausgehend von der Familienaufstellung im Laufe der Zeit je nach Umfeld und Aufgabenstellung spezialisierte Aufstellungsformen herausgebildet.


Die Formen der systemischen Aufstellungsarbeit.

Im Laufe der letzten Jahrzehnte entstanden verschiedene Formen der systemischen Aufstellungsarbeit, die je nach vorliegender Problemstellung und Umfeld zur Anwendung kommen.,

Das Setting - der Rahmen:


Etwas zu den Ursprüngen der Systemischen Aufstellung.

Die Entwicklung der Methode begann mit der Familien­aufstellung, welche massgeblich auf Bert Hellinger zurück­zuführen ist. Die Familienaufstellung ein Zweig, der lösungs­orientierten Kurzzeittherapie, basiert auf den Methoden:

  • Dem Psychodrama  - von Jakob Moreno, österreichische Arzt,
  • der „Familienskulptur“ -  von Virginia Satir (Palo-Alto-Gruppe), us-amerikanische Psychotherapeutin,
  • der Hypnotherapie - von Milton H. Erickson, us-amerikanische Psychiater und dem NLP. Diese Methoden waren prägend für den Sprachgebrauch (Semantik) innerhalb der Familienaufstellung,
  • dem Ansatz von Ausgleich und Ordnung - von Iván Böszörményi-Nagy, 
  • dem Familienbrett - von Kurt Ludewig und Thea,
  • Schamanischen Techniken,
  • usw.

Merkmale des Systemischen Aufstellung.

Systemisch - "soziale Systeme"  -  Der Mensch vernetzt in"sozialen" Systemen

Wir Menschen sind Einzel- wie auch soziale Wesen, gehören einer Familie oder einer Partnerbeziehung an und sind zusammen mit andere Menschen wiederum Teil von weiteren sozialen Systemen. In der systemischen Betrachtungsweise steht der Klient und sein soziales Umfeld im Fokus.

Innerhalb der Systeme sind wir über vielschichtige und komplexe Beziehungsstrukturen miteinander verbunden. In diesen entwickeln sich Dynamiken und es kommt zu Verstrickungen mit Abhängigkeiten, die sich über mehrere Generationen erstrecken können und uns oft verborgen bleiben. Sie wirken im Verborgenen und wir sind uns dieser "Fremdbeeinflussungen" sehr oft gar nicht bewusst.


Zeit und Raum.

Die Systemische Aufstellung ist „zeitlos“. Vergangenheit und Gegenwart verschmelzen auf der Aufstellungsfläche. Lebende und verstorbene Menschen werden einbezogen.


Das Gedächtnis der Systeme.

Die Systemische Aufstellungsarbeit beruht auf der Annahme, dass Systeme über eine Form des Erinnerungsvermögens verfügen. Die Erinnerungen erstrecken sich über die „Lebensphase“ des jeweiligen Systems. Die Geschehnisse werden analog dem "Logbuch eines Schiffes aufgezeichnet" und bleiben auch bei einem Führungswechsel (z. Bsp. die Ablösung des Kapitäns) erhalten.


Handlung - Dynnamik - Verstrickung.

  • Handlungen“ - Geschehnisse erzeugen Dynamiken mit abstossenden, anziehenden, blockierenden, mitreissenden, … Wirkungen.
  • Dynamik (Kraft, Energie, Bewegung) - Strömung
  • Verstrickung - Wir sind gebunden (gefesselt, gekoppelt, abhängig) an frühere Handlungen.

Ebenen: Bewusst - Unbewusst.

  • Bewusste Ebene: "Sichtbar", abrufbar, direkter Zugriff über das Gedächtnis. Erkennbar auch an der auftretetenden Symptomatik.
  • Unbewusste Ebene: "Nicht sichtbar", kein direkter Zugriff, höchstens indirekt abrufbar. Zum Teil nur über die auftretetenden Symptome, Emotionen und den körperlichen Warnehmungen erkennbar.

Das Phänomen der "repräsentierenden Fremdwahr­nehmung:"

Der Stellvertreter gibt Informationen, zur Person oder dem Begriff die/den er vertritt, wieder. Dies können Körper­gefühle, Emotionen, Stimmungen oder "Erinnerungsbruch­stücke" sein. Er wirkt als Empfänger und Wiedergabe­medium ("Resonanzgefäss“) für die Informationen aus dem System des Klienten. Da der Klient und sein System dem Stellvertreter unbekannt sind, erleben wir das Phänomen der "repräsentierenden Fremdwahrnehmung. Aussagen dazu, was bei diesem Vorgang konkret abläuft sind zurzeit eher spekulativer Natur. Einige der Erklährungshypothesen sind:

  • Das morphische Feld als "Wissenspeicher" des Systems. Ruppert Sheldrake (PhD für Biochemie, Universität Cambridge, Autor mehrer Bücher. Das schöpferische Universum: Die Theorie des Morphogenetischen Feldes, ...
  • Carl Gustav Jung, war ein Schweizer Psychiater und der Begründer der analytischen Psychologie. Er entwickelte das Konzept vom kollektiven Unbewussten und den Archetypen.
  • usw.

Systemische Methode.

  • Bei der Systemischen Aufstellungsarbeit ist der Fokus auf den Klienten wie auch auf sein soziales Umfeld gerichtet.
  • Die Angehörigen eines Systems werden durch fremde Menschen, die als Stellvertreter fungieren, repräsentiert.

Das Vorgehen bei einer Aufstellung in der Gruppe:

ò Das Vorgespräch zur Abklährung und Vorbereitung - als Einzelgespräch (45 - 90 Min.),
ò die Aufstellung in der Gruppe - jeweils 1. Tag  -  Infos zum Ablauf des Aufstellens
_ das Abschlussgespräch, ca. 3 Moate nach der Aufstellung - als Einzelgespräch (45 - 90 Min.).

Systemische Aufstellungen - Aufstellungsarbeit